Obwohl das Schultergelenk nicht zu den durch das Körpergewicht belasteten Gelenken gehört, treten auch hier zum Teil schwerwiegende Verschleißveränderungen auf. Wesentliche Ursachen hierfür sind vorausgegangene Unfälle mit Brüchen der gelenkbildenden Knochen, entzündliche Erkrankungen (Rheuma) und Scäden an der s.g. Rotatorenmanschette, die den Oberarmkopf in gesundem Zustand umfasst und die Funktion des Oberarms wesentlich steuert. Ist diese Manschette zerstört kann der Oberamkopf nach oben in Richtung des Schulterdachs treten und dort zu schweren Verschleißveränderungen mit zum Teil sehr heftigen Schmerzen führen.
Je nach Art und Ausmaß der beim Patienten vorliegenden Schäden (s.o.) muss das jeweils erforderliche Prothesenmodell ausgewählt werden:
- Oberflächenersatz
Liegt nur eine Zerstörung der Gelenkfläche am Oberarmkopf vor und ist der Knochen ausreichend tragfähig kann auch am Schultergelenk eine "Überkronung" der zerstörten Gelenkanteile ausreichen, um die Beschwerden zu minimieren. Dies setzt natürlich auch funktionierende Weichteile (Rotatorenmanschette) voraus.
- Oberarmkopfprothese
Ist der Knochen des Oberarms nicht mehr ausreichend tragfähig, muss der Oberamkopf durch eine Prothese ersetzt werden, die über einen Stiel im Oberarm verankert wird. Diese Verankerung kann zementfrei und zementiert (in Abhängigkeit von der Knochenqualität) erfolgen.
Diese Prothesenform ist das mit der InversenProthese (s.u.) am häufigsten angewandte Modell bei den Schulterprothesen.
- Totalprothese
Liegt auch eine wesentliche Zerstörung der Gelenkpfanne vor, wird auch dies durch eine Prothese ersetzt. Dadurch sind beide gelenkbildenden Glenkanteile ersetzt - wir sprechen von einer Totalprothese.
- Inverse Prothese
Ist für die Gelenkzerstörung an der Schulter ein vollständiger Funktionsverlust der Rotatorenmanschette verantwortlich, ist eine konventionelle Prothese, bei der der Oberamkopf und evtl. die Gelenkpfanne nachgebildet werden, nicht mehr in der Lage, eine ausreichende Funktion des Gelenks wiederherzustellen. Dies liegt an den Hebelverhältnissen und damit an der bereitstehenden Muskelkraft zur Steuerung des Schultergelenks.
In diesen Fällen steht uns mit der s.g. Inversen Prothese eine Spezialprothese zur Verfügung, durch die die bestehenden Muskeldefizite zumindest teilweise ausgleichbar sind. Durch eine Umkehr der Gelenkanordnung können die Hebelverhältnisse so verändert werden, dass die noch vorhandene Muskulatur in die Lage versetzt wird, das Schultergelenk zu steuern.Dies klingt kompliziert - stellt aber oftmals die einzige Möglichkeit dar, eine für Sie als Patient befriedigende Funktion des Gelenks wiederherzustellen.
Welches Schulterprothesenmodell für Sie in Frage kommt, kann nur nach einer sorgfältigen Untersuchung, evtl. ergänzt durch eine Kernspintomographie oder Computertomographie, und nach einem ausführlichen Gespräch mit Ihnen festgelegt werden.








